Dipl.-Ing. · Dipl.-Wirt.-Ing. · Dr. rer. oec. · Professor
Wolfgang Rams
Ich baue seit dreißig Jahren Unternehmen, in Deutschland ebenso wie in Warschau, Madrid und zuletzt in sechs Ländern Subsahara-Afrikas. Ich erforsche Ökosysteme — vom Startup-Ökosystem bis hin zu gesellschaftlichen Systemen — und folge der Frage, wie Ordnungen entstehen und prosperieren, während andere erstarren. Das ist keine deutsche Frage: Das Tempo der Veränderung ist überall hoch, die Antworten fallen von Land zu Land verschieden aus. Diese Seite stellt vier Seiten derselben Arbeit vor — als Unternehmer, als Professor, auf der Bühne und als Mensch dahinter.
01 · Unternehmer
Unternehmen bauen, finanzieren und wieder flottmachen
Seit 2006 führe ich die Consmart GmbH in Düsseldorf — heute als Company-Builder, Berater und Investor an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kapital. Davor zwölf Jahre im Telekom-Konzern, dazwischen acht Jahre Vorstands- und Aufsichtsratsarbeit bei der Africa GreenTec AG, einem Anbieter von Solaranlagen für Dörfer in Subsahara-Afrika, die ich als CFO mit aufgebaut und als Vorstandsvorsitzender durch die Krise geführt habe.
Was ich dabei gelernt habe, steckt heute im Consmart Flywheel: Investoren kaufen kein Gewerk, sondern ein skalierbares Unternehmen. Fünf Komponenten — Unternehmen, Kapital, Ordnung, Team und Sichtbarkeit — müssen vorhanden und miteinander verbunden sein. Jede gelöste Komponente erhöht den Wert der anderen.
Belege
- 30 Jahre
- Technologie, Aufbau und Führung in Europa und Afrika
- 8,6 Mio. €
- internationales Kapital eingeworben
- 100+
- Start-ups begleitet und bewertet
- 6 Länder
- operative Verantwortung, rund 30 Standorte
- 2 Patente
- Nachrichtentechnik
Alle Stationen im Überblick
- Seit 2006 Consmart GmbH, DüsseldorfGründer & Managing Partner — Company Building, Beratung, Beteiligungen
- 2020–2022 Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)Jurymitglied im Startup-Programm; Forschungsprojekt zur Entwicklung einer Start-up-Coaching-Plattform
- 2017–2018 Unitymedia NRW GmbH, KölnAufbau einer Ethno-Marke als schlüsselfertiges Company Building
- 2016–2017 Seed4Need GmbHCompany Building für den deutschen Mittelstand
- 2015–2020 EIT ClimateKIC Accelerator, Provadis HochschuleVerantwortung für die Inhalte; über einhundert europäische Start-ups
- 2014–2020 CERAFON, Marke der Consmart GmbHGlobaler Mobilfunkdienst auf internationaler SIM-Karten-Technologie
- 2024–2025 Africa GreenTec AGVorstandsvorsitzender — Restrukturierung und strategische Neuausrichtung
- 2020–2023 Africa GreenTec AGCFO & COO — 8,6 Mio. € Kapital, rund 30 Standorte in sechs Ländern
- 2017–2020 Africa GreenTec AGInvestor, Business Angel und Aufsichtsratsvorsitzender
- 2008–2017 Vodafone D2 GmbHInterimsmanagement in Produkt- und Geschäftsentwicklung
- 2006–2008 Ya.com / T-Online Spanien, MadridInterim Head of Product Development
- 2004–2006 Polska Telefonia Cyfrowa, WarschauDirektor Strategie
- 2002–2004 T-Venture Holding GmbHInvestment Manager — rund 20 geprüfte Beteiligungen, drei Investments
- 2000–2002 T-Com, Deutsche Telekom AGLeiter Produktmarketing für konvergente Produkte
- 1994–1999 T-Mobile Deutschland GmbHGSM-Konformitätsprüfung, ETSI-Spezifikation, Konzernstrategie
Ein Modell von Prof. Dr. Wolfgang Rams
Das vollständige Modell auf consmart.com02 · Professor
Forschung und Lehre zwischen Entrepreneurship und Systemtheorie
Seit zwölf Jahren bin ich Professor für Entrepreneurship und Innovationsmanagement — zunächst acht Jahre an der Provadis Hochschule in Frankfurt. Seit März 2023 lehre ich am European Institute of Management in Valletta, Malta, und bin dort Mitglied des Executive Board. Ich verantworte den Fachbereich Entrepreneurship, betreue Master- und Doktorarbeiten und bin Zweitgutachter. Seit Januar 2026 leite ich zusätzlich das Patrick Gruhn Research Institute mit den Schwerpunkten Krypto-Finance, Entrepreneurship und Ethik.
Dazu Gastdozenturen an der Universität Duisburg-Essen (Mercator School of Management, Intrapreneurship und Innovation, 2018–2020) und an der Maastricht School of Management (International Business and Entrepreneurship, 2018 und 2025).
Meine Forschung begann bei der Kundenbindung im frühen Mobilfunkmarkt und führt heute zu Krypto-Derivaten und zur Frage, welche Ordnungen Vielfalt, Wohlstand und Stabilität zugleich hervorbringen — und welchen Einfluss digitale Technologien auf diese Ordnungen haben.
Ausgewählte Publikationen
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Dissertation · Universität Duisburg-Essen · 2001
Kundenbindung im deutschen Mobilfunkmarkt — Determinanten und Erfolgsfaktoren
Promotion bei Prof. T. J. Gerpott, Mercator School of Management. Eine der ersten wissenschaftlichen Arbeiten zur Kundenbindung in der frühen Mobilfunkbranche.
Volltext -
Journal-Artikel · Telecommunications Policy · 2001
Customer retention, loyalty, and satisfaction in the German mobile cellular telecommunications market
Gerpott, T. J., Rams, W. & Schindler, A. — Vol. 25, Nr. 4, S. 249–269. Untersucht an 684 Mobilfunkkunden, wie Zufriedenheit, Loyalität und Bindung zusammenhängen.
ScienceDirect -
Working Paper · SSRN · 2025
Fundamentals of Cryptocurrency Perpetual Futures and Swaps
Rams, W. et al. — SSRN Working Paper Nr. 6558841. Entwicklung, Funding-Mechanik, Preisbildung und Regulierung des dominierenden Instruments im Crypto-Derivatemarkt.
SSRN
03 · Redner
Resonanz statt Kraft
Wer die Kräfte kennt, die ohnehin wirken, muss weniger erzwingen. Das ist der rote Faden meiner Vorträge: Organisationen funktionieren nach Mustern, die man aus lebenden Systemen kennt — und wer sie versteht, führt mit weniger Reibung und mehr Wirkung.
Das Bild daneben zeigt, was ich meine. Die Sandkörner auf der Platte sind frei — niemand schiebt sie, niemand ordnet sie einzeln an. Geordnet werden sie durch ein Feld, das sie selbst nicht sehen: durch die Grenzen des Raums und die Schwingung, die angelegt ist. Ändert sich die Frequenz, ordnen sich dieselben freien Körner zu einem anderen Muster.
Genau darum geht es in allen drei Vorträgen — um das Feld, das bestimmt, was im Inneren geschieht. Nur die Ebene wechselt: das Team, das Unternehmen, die Wirtschaftsordnung. Ich spreche vor Führungskräften, auf Kundenveranstaltungen und Kongressen — als Ingenieur, der herleitet, nicht als Motivationstrainer, der behauptet.
Die drei Vorträge — Team, Unternehmen, Gesellschaft
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Expedition Startup Ebene: TeamUnternehmertum · Teams · Führung unter Unsicherheit Amundsen erreichte den Südpol und kam zurück. Scott erreichte ihn auch — und starb mit seinem Team einen Tagesmarsch vor dem rettenden Lager. Beide waren mutig, beide gut ausgerüstet; unterschieden haben sie sich in der Haltung zur Unsicherheit. Für Gründerteams ist der Kontext hier am rauesten: Die Umgebung ist komplex, wenig vorhersagbar, und unter allem schwingen die psychischen Felder der Beteiligten mit — Angst, Ehrgeiz, Geltungsdrang. Der Vortrag entwickelt daraus fünf Gründer-Archetypen und die Frage, welcher in welcher Phase trägt, mit Beispielen aus dreißig Jahren eigener Gründungen, auch den gescheiterten.
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Das lebende Unternehmen Ebene: UnternehmenFührung · Wandel · Resilienz Ein etabliertes Unternehmen steht in ruhigerem Wasser als ein Startup, aber unter denselben Gesetzen. Entscheidend ist die Anschlussfähigkeit an die Umwelt: Womit koppelt sich das Unternehmen, mit wem geht es Partnerschaften ein, welche Rückkopplungsschleifen sind geschlossen und welche laufen ins Leere? Der Vortrag übersetzt die Prinzipien lebender Systeme in betriebliche Bilder — Grenze, Speicher, Rückkopplung, Resonanz — und dreht die Führungsfrage um: nicht „Wie steuere ich mein Unternehmen?“, sondern „Welches Feld stelle ich her, damit es sich selbst ordnet?“
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Ordnung im digitalen Zeitalter Ebene: GesellschaftDigitalisierung · KI · Entscheidungswege Nach meinem gleichnamigen Buch. Hier wechselt die Ebene: Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen sind das Feld, in dem Unternehmen überhaupt entstehen — Eigentum, Vertragsrecht, Preise, Regulierung und heute die digitale Infrastruktur entscheiden mit, welche Muster sich bilden können und welche nicht. Digitale Technologien verändern dieses Feld gerade tiefgreifend, weil sie verschieben, wo entschieden wird und wer worüber Bescheid weiß. Kern des Vortrags ist ein Befund aus der Natur: Sie zentralisiert Parameter, nicht Operationen. Daraus folgt eine Prüfung, die sich sowohl auf die eigene Organisation als auch auf eine Gesellschaft anwenden lässt — und die Frage, was passiert, wenn KI diese Wege still verschiebt.
Chladnische Klangfigur. Dieselbe Platte, dieselbe Menge Sand.
Nur die Frequenz ändert sich — und mit ihr die Ordnung.
Das Feld ordnet, ohne zu schieben.
04 · Mensch
Woher das alles kommt
Jahrgang 1969, aufgewachsen auf dem Land im nördlichsten Zipfel von Rheinland-Pfalz. Fußball, Landwirtschaft und Technik füllten meine Kindheit. Mit vierzehn begann meine Sinnsuche, mit sechzehn stand fest, dass ich Unternehmer werden wollte. Wie das geht, wusste ich nicht — also las ich Bücher und verschlang alles über das Silicon Valley. Dass in Deutschland vieles anders läuft, fand ich später heraus, und zwar mühsam.
Die Studienwahl folgte derselben Kinderlogik: Technik, um zu verstehen, was ich verkaufen würde. Wirtschaft, um zu verstehen, wie. Also beides.
Aus keinem gelungenen Projekt habe ich so viel gelernt wie aus dem gescheiterten.
Die ganze Geschichte lesen
1994 begannen zwölf Jahre im Telekom-Konzern. Ich stieg als GSM-Test-Ingenieur ein und arbeitete mich über Produktmarketing und Strategie nach oben — Mobilfunk war eine der erfolgreichsten Technologien, die Europa in jenen Jahren hervorbrachte. Parallel promovierte ich an der Universität Duisburg-Essen. Als Investment Manager bei T-Venture kam ich später der Gründerszene nahe, bevor es mich als Strategiedirektor zur polnischen Konzerntochter nach Warschau zog. 2006 verließ ich den Konzern, um endlich meinem eigentlichen Vorhaben zu folgen.
Doch anders als im Silicon Valley wurden meine Businesspläne nicht gelesen, geschweige denn finanziert. Also verdiente ich das Geld selbst. Ich gründete die Consmart und wurde Unternehmensberater; mein erstes Mandat führte mich ausgerechnet zu einer Telekom-Tochter nach Madrid. Mit dem Verdienten finanzierte ich eigene Gründungsprojekte, wurde Business Angel und baute einen Company Builder auf.
2014 stand ich dann überraschend vor einer Gruppe von Studenten und lehrte Telekommunikationswirtschaft, später Innovationsmanagement und Unternehmertum. Noch im selben Jahr wurde ich Professor — wohl deshalb, weil meine Geschichten aus dem echten Leben die Studenten faszinierten. Anschließend verantwortete ich die Inhalte eines europäischen Cleantech-Accelerators, in dem wir über die Jahre mehr als einhundert Startups begleiteten.
Dann wollte ich wissen, ob sich die Welt mit unternehmerischen Mitteln tatsächlich besser machen lässt. Ich investierte in ein Unternehmen, das Dörfern in Subsahara-Afrika Strom bringt, wechselte nach drei Jahren vom Aufsichtsratsvorsitz in den Vorstand und übernahm nach knapp vier Jahren die Gesamtverantwortung — mit der Aufgabe, das Unternehmen durch eine schwere Krise zu führen. In seiner damaligen Form ließ es sich am Ende nicht fortführen. Über Finanzierungsstrukturen, die in guten Zeiten tragen und in schlechten brechen, habe ich dort mehr gelernt als aus jedem gelungenen Projekt.
Für Politik habe ich mich schon in meiner Jugend interessiert, bin aber nie einer Partei beigetreten — unternehmerisches Tun erschien mir wirksamer. Meiner Heimat bin ich treu geblieben. Dieses Land verfügt über große Fähigkeiten, lange Traditionen und deutlich mehr Entfaltungsräume, als es sich gerade selbst zutraut.
Als Wirtschaftswissenschaftler treibt mich eine Frage besonders um: Warum bringen manche Ordnungen Vielfalt, Wohlstand und Stabilität zugleich hervor — und andere nicht? Lebende Systeme lösen dieses Problem ohne zentrale Planung: durch Dezentralität, Wettbewerb, Rückkopplung und die Freiheit, Fehler zu machen und sie zu korrigieren. Daraus ist mein Buchprojekt entstanden. Meine Überzeugung dabei ist einfach: Unternehmertum ist die Lösung und nicht das Problem.
Ich bin seit über zwanzig Jahren glücklich verheiratet, lebe mit meiner Frau in Düsseldorf und habe zwei Töchter.
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